Gaming – DayZ SA Tagebuch: auf Fischzug

Ich schätze die Gesellschaft von Sergej, Kolja und den anderen es zeigt mir das es in dieser Welt doch noch nicht alles verloren ist. Während die Frauen sich zusammen auf die Geburten vorbereiten. Kinder, mehr Kinder, wie ich schon damals feststellte ist es vollständig abstrus in so ein Chaos, Kinder in die Welt zusetzen. Aber der Natur ist das was uns Menschen widerfahren ist ja egal, sie macht einfach weiter mit ihrem Programm, neues Leben schaffen und das alte abtöten.

Zeitreisen, ich muss wenn ich diese Schallplatte in der Hand halte immer an Zeitreisen denken. Während The Power of Love läuft erzähle ich Luzie von den Abenteuern von Marty McFly der in das Jahr 1955 zurückreiste um die Geschichte zu ändern und wie er zusammen mit Doc Brown die Zukunft rettet. Sie hängt förmlich an meinen Lippen, ich muss ihr sogar aus Holz einen Delorean schnitzen, und die fliegende Eisenbahn. Während ich den fertigen Holzwagen bewundere, fallen mir die Worte von Doc ein, wie er Marty ihren Plan erzählt, Den Delorean auf 88 Meilen Pro Stunde zu beschleunigen.

Luzie ist glücklich darüber das Sie bald noch mehr kleine Menschen zu spielen bekommen wird. Es war recht schwer für Sie bisher, neben Elias die einzige kleine Person zu sein. Niemanden zum Spielen und immer nur Erwachsene um sich zu haben. Sie ist das einzige Kind was ich überhaupt bisher in meinen Reisen durch Chernarus gesehen habe. Ich muss an Deutschland denken, daran wie ich von dort hierher gelangt war. Daran wie es einen verändert wenn man zum ersten mal sieht wie einem Menschen das Leben entweicht, daran wie die Augen plötzlich blind werden.

Mareike reist mich aus meinen Gedanken. Kolja will an die Küste, er will Angeln und Fragt ob du mit willst. Wir waren vor 2 Wochen erst an der Küste gewesen. Aber es schien als wolle er jede Gelegenheit nutzen um nicht Zuhause sein zu müssen. Mareike verstand sein Fluchtverhalten und ich war Froh das Sie selbst nicht so war während ihrer Schwangerschaft mit Elias. Natascha konnte wirklich unausstehlich sein, die Schwangerschaft setzte ihr mehr zu als den anderen Frauen, sie kommandierte Kolja die gesamte Zeit rum, Weinte ohne Grund und war auch sonst unausstehlich. Kolja beteuerte das Sie vor der Schwangerschaft anders war.

Wir wollten mit dem Laster runter nach Komarovo, eventuell ein zwei Abstecher in die kleineren Dörfer um noch Sachen aufzusammeln. Die fahrt war ruhig. Kolja schwieg die meiste Zeit und so konnte ich in ruhe in der Bibel lesen. Ich las in letzter Zeit ziemlich oft in ihr, was nach den Gebrauchs-spuren zu Urteilen, Sie nicht mehr lange halten dürfte. Ich werde wohl eine neue brauchen. Kolja meinte das er das Buch ablehne, zuviel Unsinn aus seiner Sicht. Ich kommentiere seine Bemerkung nicht, es muss jeder für sich selbst festlegen ob und an welchen Gott er glaubt. Vor der Apokalypse war ich selbst und bin es eigentlich auch noch, ein Pastafari. Ich lese eigentlich nur in der Bibel um zu verstehen wie der Glaube überhaupt funktioniert. Wie er es geschafft hatte über 2000 Jahre hinweg die Menschheit zu manipulieren.

Wir hatten eine tolle Zeit am Strand. Kolja fing sogar ein paar Fische. Kurze Zeit später machten wir uns mit dem Laster von Komarovo auf nach Kamenka, Kolja wollte noch in die alte Militär Basis bei Pavlovo. Auf halber Strecke kamen wir an der Gefängnis Insel vorbei. Ich erinnerte mich an Dimitri, ob er wohl noch immer auf der Insel war? Wir hielten und Kolja erklärte sich Einverstanden beim Laster zu warten. Es hatte noch immer niemand die Boote repariert, also hieß es wieder schwimmen. Als wenn der Regen nicht schon ausreichen würde, Ich hasse Wasser, es ist kalt, es ist Nass und man friert sich die Eier ab.

Während ich an Land schwimme begrüßen mich 4 Gewehrläufe, freundlich bleiben war die Devise. Ich wollte weiterleben. Ausgeraubt zu werden damit konnte ich leben, aber zu sterben lag mir nicht im Sinn. Vor allem nicht frierend und völlig durchnässt. Sie bedeuteten mir mich ruhig zu verhalten und zu Kooperieren dann würde mir nichts geschehen. Sie führten mich in eins der Gebäude und steckte mich in eine Zelle. Während Sie mich fragten, Wer ich wäre und was ich auf der Insel wollte, sorgte einer von ihnen für ein Feuer an dem ich mich aufwärmen konnte.

Nach einer halben Stunden in der Zelle durfte ich dann auch ohne Aufsicht die Insel erkunden. Das Gefängnis war groß, leider fand ich nirgends etwas brauchbares, wenn ich aber hundert Menschen fesseln wollte so währe ich mit all den Handschellen gut versorgt. Keiner der Anwesenden Sicherheitskräfte kannte einen Dimitri. Und wenn mein Gedächtnis auch nur etwas besser wäre und sie nicht alle voll vermummt rum laufen würden, könnte man sich einige der Gesichter einprägen, so sind sie für mich ein Namenloser Haufen Ex-Militär. Ich wurde von einem der Soldaten dann auf meinen Weg zurück von der Insel begleitet, wir unterhielten uns kurz darüber was in Chernarus so los ist und verabschiedeten uns dann. Kolja grinste während er ein Feuer anzündete, denn er hatte wiedermal glück beim Angeln gehabt.

Wir fuhren zur Militärbasis, Waffen fanden wir keine, aber dafür konnte ich eine neue Weste ergattern, Kolja fand noch Munition, er hatte mehr Ahnung davon als ich. In einer der Barracken entdeckten wir zu unserer Überraschung noch eine sehr gut erhaltene 1911 mit Schalldämpfer und Pistolen Taschenlampe Aufsatz. Nur ein Magazin dafür war nicht aufzutreiben. Alles in allem war es ein guter Fischzug. Und so machten wir uns auf über Vybor zurück nach Stary Yar. Ich wollte noch sehen ob es in Vybor mittlerweile besser geworden ist. Und eventuell mit Sepp um ein 1911 Magazin handeln. Statt Sepp fanden wir einen Aushang der eine Bürgerversammlung ankündigte. Es klang interessant, eine neue Vereinigung wollte etwas anders machen und all den Banditen da draußen die Stirn bieten. Kolja scherzte darüber das es eine hirnrissige Idee währe, ein friedliche Vereinigung zu gründen. Da währe man sofort ein gefundenes fressen für all den Abschaum.

Ich blieb in Vybor, während Kolja, sich mit den gesammelten Sachen, nach Hause auf machte. Ich wollte mir diese Versammlung unbedingt ansehen und mir anhören um was es dort genau ging. Zu meiner Überraschung waren am folgenden Tag ziemlich viele Menschen in Vybor, für meinen Geschmack etwas zu viel es blieb aber friedlich, anscheint wollten alle Wissen worum es ging. Während wir warteten, wurden Geschichten ausgetauscht, gehandelt, gescherzt, und das ein oder andere Bier vernichtet. Es war herrlich endlich genug Informationen, welche Fraktionen sich gebildet hatten, wo man mit Banditen übergriffen zu rechnen hatte. welche militärischen Organisationen noch existierten, nur Sepp und mein 1911 Magazin waren nicht aufzutreiben.

Der Sprecher der CBB wie sie sich nannten, stellte sich, auf einem Vordach stehend, uns allen vor, leider Verstand ich seinen Namen nicht. Aber offensichtlich kam er nicht aus Chernarus, jedenfalls klang er Ausländisch und war zudem ein Schwarzer. Was er sagte klang alles vernünftig, Schutz der schwachen, gegenseitiger Respekt, Wahlen usw. Mich machte bei alldem was so von sich gab nur eine einzige Sache wirklich sorgen. Während der gesamten Versammlung war nicht eine Frau zugegen. Generell hatte ich bis auf Maria die offensichtlich Geisteskrank war, bis dato nur Mareike und die Frauen von Sergejs Trupp in Chernarus ausmachen können. Ich wusste von einigen Reisenden das es ein Ehepaar mit dem Namen Eli und Lorea Bromberg gab, die durch Chernarus zogen, aber ansonsten gab es nur Gerüchte über weiter Frauen. Es war also ziemlich offensichtlich das bei der Anzahl an Männern, die sich hier versammelt hatten, auch einige darunter waren die eventuell seit Jahren keine Frau zu Gesicht bekommen hatten. Ich fragte ihn wie er denn Gedenke das Frauen geschützt werden würden vor eventuellen Übergriffen. Er verwies auf eine Bürgerwehr. Die sich erst noch gründen würde. Es war mir im Grunde alles zu schwammig. So Verlies ich die Versammlung, es überzeugte mich nicht, ich würde nur ungerne Mareike und Luzie dieser Gefahr aussetzen.

Während ich mich von Vybor zu Fuß aufmachte, zurück nach Hause zu kommen, begegnete ich bei Kabanino einem weiteren Reisenden. Er kam mir bekannt vor, aber mein Personengedächtnis ist echt nicht das beste, ich wusste das ich den Namen Bone schon einmal gehört hatte. Kann sein das ich ihm eventuell schon mal begegnet war, aber genau erinnern konnte ich mich nicht. Er war ziemlich Hilflos, kam aus Elektro und wollte bei Vybor zum Flughafen, er hatte die Reisedauer unterschätzt, war ziemlich durstig und kroch Barfuß dahin. Er hatte die Falschen schuhe ausgewählt für seine reise, Wer unternimmt auch in Lederschuhen so ein Gewaltmarsch. Ich half ihm, mit 1 Dose Spagetti, 2 Spite Lemon Lime und einem Bier, wieder zu kräften, Ich hatte aus Vybor noch ein extra Jacke dabei. Die er dankend Annahm, da seine Sachen ziemlich zerschunden aussahen. Und die Jacke die er trug nicht gerade so aussah als würde sie noch wärme spenden oder das Wasser abhalten. Ich fand in Kabanino ein paar Sportschuhe, die ihm zu passen schienen. Er bedankte sich für meine Freundlichkeit in dem er den Inhalt seines Rucksacks auf die Strasse entleerte.

Und als wenn Gott unsere Schicksale zusammengeführt hätte, purzelte aus seinem Rucksack auch ein Magazin für eine 1911. Ich hatte ganz Vybor auf den Kopf gestellt, mit zich Personen gesprochen, ja ich versucht sogar mit dem Offensichtlich verrückten Jeffrey ins Gespräche zu kommen, ich hatte mir sein ganzes Geseier von wegen Schöpfer und er währe erleuchtet angetan, um eventuell an sein 1911 Magazin zu kommen. Alles was er Erzählte klang für mich als wolle er mir Waschmittel verkaufen. Und hier irgendwo im nirgendwo, durch puren Zufall treffe ich auf eine freundlich Person, die meine Hilfe wirklich dringend braucht, und bekomme zum dank ein 1911 Magazin. Der Tag war perfekt. 20 Minuten nachdem Bone und ich uns verabschiedeten, griff mich so ein verdammter Läufer an und zerfetzte mir die Weste, Sie war ruiniert. Wie gewonnen so zerronnen, sagt man da doch. Und als wenn das nicht genug gewesen währe, regnete es durchgehend bis Stary Yar. Gott hat wirklich einen echt miesen Humor.

Als ich Zuhause ankam erinnerte ich mich wieder woher ich den Namen Bone kannte, Star Trek, es war der Englische Spitzname von Dr. Leonard McCoy, der in der deutschen Übersetzung zu Pille wurde.