Gaming – DayZ SA Tagebuch: Elektronik und Lötkolben

Wenn es etwas gibt das man durch die Apokalypse wirklich vermissen lernt dann ist es Musik und bewegte Bilder. Ich vermisse das Internet und ab und an auch meine alte Pornofilm Sammlung. Wenn man Tag für Tag darum bemüht ist, aus einem Überleben wieder ein normales Leben zu machen, fängt man an die seltsamsten Dinge zu vermissen. Ich bin gut im Umgang mit Lötkolben und im lesen von Schaltplänen. Was mir fehlt ist Material, alte Computer, Fernseher und sonstiger Elektronik. All dies sollte es eigentlich zu genüge geben, da draußen in Chernarus. Mareike gefällt es nicht, aber wenn ich noch länger nur diese Bücher anstarre bekomme ich noch einen Knall.

Mit Nahrung und Wasser für ein Woche mache ich mich auf den Weg. von Toploniki über Lopatino nach Myshkino, Mareike erwähnte das es dort ein Militärlager gegeben hat, während die Apokalypse über Chernarus hinwegfegte. Sie war mit Ihrem Opa dort gewesen. Ich nehme den Laster, auch wenn er mittlerweile etwas unzuverlässig geworden ist. Es sollten maximal 3 Tage werden. Die Fahrt verläuft ruhig. Toploniki und die kleineren Dörfer sind ausgestorben. Ich sammel was ich finden kann. Mainboards, TV Geräte, klein Teile aller art. Der Laster hält.

Während ich durch die ehemaligen Geschäfte von Toploniki stöbere fallen Schüsse, mehrere Minuten lang. Sie klingen nicht sehr nah daher mach ich mir weniger sorgen um mein eigenes Leben. Der Laster steht vor der Tür ich kann jederzeit weiter fahren. Leider kann ich nicht bestimmen aus welcher Richtung das Gefecht genau kam. ich ziehe die Bibel aus dem Rucksack. Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren.
Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen.
Klappe die Bibel wieder zu und verstaue sie wieder im Rucksack. Es hilft auch wenn ich nicht davon überzeugt bin das es eine Gott überhaupt gibt.

Lopatino und Myshkino waren geplündert, ich hatte kaum Hoffnung noch etwas in der Militärbasis zu finden. Aber für die meisten Überlebenden haben, Walkmans, CD Spieler und anderer Technik Kram So gut wie keine Bedeutung mehr, was für mich von Vorteil ist. Und selbst wenn ich nichts finden sollte so bin ich doch glücklich, denn in einer der vielen einsamen Hütten, die in dieser Gegend überall stehen, fand ich ein unschätzbar wertvolles antikes Stück Technik, einen Schallplattenspieler samt Schallplattensammlung. Von Mozart bis Pink Floyd, am meisten freut es mich aber das unter der Sammlung auch ein paar Queen Alben dabei sind. Mir läuft es kalt den Rücken runter und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich daran denke wie viel mir Musik früher und auch jetzt noch bedeutet.

Die Musik erhält die Menschlichkeit. Wenn die Musik stirbt, als letzte noch lebende Kunstform, welchen Sinn hat es dann, dass wir als Menschheit noch existieren? Mit Who wants to live forever auf meinen Lippen streife ich durch das Militär Camp. Wie ich erwartet hatte, geplündert. Waffen und Munition waren keine aufzutreiben. Dafür fand ich mehrere Paar Stiefel. Man kann einfach nie genug Stiefel haben. Auch ein neuer Rucksack, der in einem Bemerkenswert guten Zustand war, wechselte in meinen Besitz. Nur Hosen, Hosen gab es keine brauchbaren, jedenfalls nicht in meiner Größe. Die meiste Elektronik bestand aus klein Geräten wie MP3 und CD Player. Ein zwei Funkgeräte. Mehr war nicht aufzutreiben.

Der Laster war halbwegs gefüllt, es würde reichen, wenn ich auch nur den Plattenspieler zum laufen bekomme und aus all dem Schrott auch nur 1 Box für den Sound zusammenlöten kann, hat sich der Trip schon gelohnt. Gemütlich Rumpelt der Laster über die vom Wetter gezeichneten Strassen. Mal schneller mal Langsamer, der Motor ist nicht mehr der beste und er schnaubt und schnaubt. Die Landschaft wechselt von Wald zu Feld und Feld zu Wald, Kurz nach Toploniki kommt mir ein Mensch entgegen. Er hatte nur wenig an und hielt auch nicht an als ich mit dem Laster langsam an ihm vorbei fuhr, kurz hinter ihm eine kleine Horde von Läufern. Ich fahre weiter, ich kann es mir nicht leisten irgendwelchen verlorenen den Hintern zu retten.

Im ersten Moment dachte ich sie wäre ein Läufer, der sich über sein letztes Opfer her machte. Ich wollte drauf halten, aber etwas lies mich stoppen. Sie war klein und wimmerte, gebeugt über den toten Körper einer Frau. Mami, Mami wach auf! Mami! langsam näherte ich mich der kleinen. Kleines, hallo. Sie zuckte zusammen. Du tust meiner Mami nicht Weh! Sie richtete eine Derringer in meine Richtung und drückte ab. Die Kugel pfiff irgendwo hin. Sie war in Panik das war ihr anzusehen. Ich tue deiner Mama nichts, ich will nur Helfen. Mit Erhobenen Händen ging ich auf sie zu. Im Scheinwerferlicht konnte ich erkennen das ihre Mutter verblutet war, Schlagartig wurde mir klar das es nicht mehr all zulange dauern würde. Sie würde wieder aufstehen nur um dann ihre eigene Tochter zu fressen. Und tatsächlich regte sie sich, langsam und kaum zu erkennen, aber es war da, dass zucken in ihren Händen und Armen. Ich musste die Kleine von ihr weg bringen, bevor Sie aufstand.

Unter Tränen jammerte die Kleine Mama sagte ich müsse ihr helfen, Mama sagte ich müsse mich vor Mama schützen. Ich kann Mama nicht tot machen, es ist doch meine Mama. ich musste tief Luft holen und meine Gefühle unterdrücken. Mir war klar was passiert war, Ein Läufer muss sie erwischt haben. Sie wusste was kommen würde und bat ihre eigene Tochter Sie davor zu bewahren. Ich werde deiner Mama helfen. Mit diesen Worten, Hob ich das kleine Elende auf und Setzte sie auf den Beifahrersitz des Lasters. Aber ich soll Mama doch tot machen. Mir schnürte es die Kehle zu. Ich stehe über ihr die Magnum auf ihr Gesicht gerichtet. Ich werde mich gut um sie kümmern, das verspreche ich bei meinem Leben. Ich drücke ab und der Körper zuckt kurz auf. Ich höre wie die Kleine im Laster gegen die Scheibe hämmert und nach ihrer Mama schreit. Ich durchsuche die Leiche nach brauchbarem und nehme den Rucksack mit.

Die Kleine schweigt, was verständlich ist, nachdem was Sie gerade mit ansehen musste. Sie schaut wütend und starrt Löcher in die Nacht. Ihre letzten Worte die Sie an mich richtet waren. Aber Mama hat gesagt, ich sollte Sie tot machen! Mareike wird sich freuen, da will man ein wenig Elektronik sammeln und kommt mit einem Kind wieder nach Hause. Sie wird mir garantiert den Kopf waschen.